Unglücklichsein

Unglücklichsein

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Unglücklichsein




Der Schmerz ist fast unerträglich, mir schießen Tränen in die Augen.

Tief durchatmen, höre ich mich denken. Ich starre ins Nichts, Gedanken durchströmen meinen Kopf, mir ist flau in Magen.
Jeder Schritt den ich von nun an gehe, jede Sekunde die auf der Uhr verstreicht bringt mich näher zu dem Punkt, an den ich nicht zurück will.

Den 12 Kilo Rucksack auf dem Rücken, das Rückflugticket in der Tasche. Alles bereit für den Weg nach Hause

Nur ich bin es nicht.

Ich schreibe hier nicht von Fernweh und nicht von Heimweh. Ich schreibe von dem Gefühl, dort wo ich stehe sein zu wollen und weg zu müssen.

Ich gehe einfach nicht hin. Ich bleibe einfach weg. Ich sorge mich um meine Bedürfnisse. Höre ich das trotzige Kind in mir.

Doch was, wenn es recht hat?

Ich möchte nicht zurück zur Arbeit

Schon auf dem Weg zum Flughafen, noch in Portugal, voll bepackt mit Klamotten und Erinnerungen ist mir eines klar: mein Leben in Deutschland kann so wie es ist nicht weitergehen. Es macht mich kaputt, es zerstört meine Träume, meine positiven Gedanken, es zermürbt mich.

Das Schlimmste daran: Ich lasse das alles geschehen.
Das Beste daran: Mir ist es bewusst.

Der einzige Mensch der mein Leben ändern kann, bin ich

Ich kann mich ganz wunderbar in dem Gefühl der Schwere und der Hoffnungslosigkeit hängen lassen, kann darin versinken und mich darin baden. Nur eines wird dann ganz sicher nicht geschehen: es wird nicht besser.


Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist.

Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski


Und dem stimme ich mittlerweile zu. Es fällt mir zwar nicht leicht das immer umzusetzen, aber es hilft.

All zu oft vergesse ich in dem Einheitsbrei aus Arbeit und Existieren, dass ich lebe.

In mir schlägt ein Herz, das mich mit etwa 100.000 Schlägen durch den Tag bringt, ich atme, ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein. Meine Beine tragen mich durch den Tag, meine Augen ermöglichen es mir den Morgennebel wahrzunehmen, meine Ohren hören das Rascheln des Laubes im Wald. Das alles ist für mich eine Selbstverständlichkeit, nichts Besonderes. Bis ich mich darauf besinne, wie großartig das ist. Es funktioniert alles wunderbar. Ich lebe.




Dort, wo die Brücke in der Ferne kein Ende findet

Da stehe ich nun, am Ufer des Tejo in Lissabon, dort wo die Ponte Vasco da Gama in die Ferne über das Wasser ragt. Der Wind weht mir durchs Haar. Ich bin gedankenverloren schon 5 Stunden in der Zukunft: Zu Hause. Dort, wo Arbeit, Probenstress und Uni auf mich warten.

Blicke ich heute zurück, weiß ich, dass ich in diesem Moment glücklich war. Ich wusste es nur damals nicht. Hätte ich den Moment genossen ohne voller Unmut auf meine Situation zu Hause zu gucken, hätte ich es auch damals schon erkannt.

Doch auch das ist wichtig: Es gibt für alles eine Zeit. Eine Zeit zum Unglücklichsein, eine Zeit zum Glücklichsein und eine Zeit zu erkennen, dass der einzige Unterschied zwischen den beiden der ist, für welche man sich entscheidet. Denn all zu oft ist es der Konflikt mit der Akzeptanz von dem was gerade ist, das, was Unzufriedenheit auslöst.


Akzeptiere die Vergangenheit. – Denn du kannst sie nicht ändern.
Lebe im Jetzt. – Denn das ist alles was ist.

Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.

Antoine de Saint-Exupery


 

Und das bedeutet: Heute leben. Heute lieben.

Gestalte dein „Jetzt“ immer wieder neu, immer wieder aufregend und immer wieder herausfordernd und dein „Morgen“ wird all das sein, was du dir wünscht.

 

live. love. be yourself.
Sabrina


 

Kennst Du solche Momente? In denen Du nicht aufhören kannst an Morgen zu denken und Dir damit die Freude an dem Heute nimmst?
Ich freue mich auf Deine Meinung.


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